Die richtigen Trapeztampen beim Windsurfen – worauf du achten solltest

Surf-Shop Keppler
2025-07-11 15:54:00 / Surfen / Kommentare 0
Die richtigen Trapeztampen beim Windsurfen – worauf du achten solltest - Die richtigen Trapeztampen beim Windsurfen – worauf du achten solltest

Die Wahl der passenden Trapeztampen spielt eine wichtige Rolle beim Windsurfen – egal ob du fortgeschrittener Anfänger oder Profi bist. Sie sorgen nicht nur für effiziente Kraftübertragung, sondern vor allem dafür, dass deine Arme nicht so schnell ermüden und du länger entspannt auf dem Wasser bleibst. 


Aber welche Länge ist die Richtige? 

Ein einfacher Richtwert hilft bei der Auswahl der richtigen Länge: Miss den Abstand vom Ellenbogen bis zur Mitte deiner Handfläche. Diese Länge ist für viele Fahrer:innen ein guter Ausgangspunkt. Damit keine Verwirrung bei den Einheiten herrscht: die Länge der Tampen wird meist in Inch angegeben. Wenn du deine Unterarmlänge in Zentimetern misst, musst du das einmal durch 2,54 teilen (das ist der Umrechnungsfaktor). Außerdem wird bei den Tampen die Gesamtlänge angegeben, daher ist für uns nur die Hälfte zum Vergleich interessant.

Beispiel: 

Gemessene Unterarm-bis-Handflächen-Länge: 35cm 

Diese umgerechnet in Inch: ca. 14’’ 

Gängige Trapeztampenlänge: 28” (da die Gesamtlänge 28” beträgt und pro Seite somit 14”)  

Je nach Fahrstil und Disziplin kann man davon leicht abweichen. Wer beispielsweise Wave oder Freestyle fährt, nutzt oft etwas längere Tampen. Das bringt mehr Bewegungsfreiheit, erleichtert das Ein- und Aussteigen, und lässt das Rigg aufrechter stehen. Eine gute Orientierung ist hier: vom Ellenbogen bis zu den mittleren Fingerknöcheln oder Fingerspitzen messen (statt nur bis zur Mitte der Handflächen).  

Fährst du hingegen Slalom oder Race, sind oft etwas kürzere Tampen im Einsatz. Sie ermöglichen eine kompaktere Haltung und eine besonders direkte Verbindung zum Segel, was für maximale Geschwindigkeit wichtig ist. Allerdings verzeihen kurze Tampen weniger – du musst aktiver fahren und das Risiko für Katapulte steigt. 

Deshalb gilt vor allem für Einsteiger:innen: Starte nicht mit zu kurzen Tampen, damit du ein entspannteres Fahrgefühl hast. 

Trapeztampen richtig messen
Trapeztampen richtig messen
Trapeztampen richtig messen

Wo bringe ich die Trapeztampen an? 

Die Tampen sollten genau so sitzen, dass du auf beiden Händen gleich viel Zug verspürst. Nimm dazu dein Segel in die Hand zieh es leicht an, sodass du Druck im Segel spürst. Merke dir, wo du nun deine beiden Hände hast: Die Tampen sollten genau dazwischen sein. Wenn du sie einmal an deiner Gabel hast, dann wirst du sie aber trotzdem je nach Wind und Segelgröße ganz leicht verschieben müssen. Bei Hack und 3.3 sollten die Tampen etwas weiter vorne positioniert sein als bei einer 6.0er Session. 

Neben der Länge ist auch der Abstand der Tampen zueinander entscheidend für dein Fahrgefühl. Für Anfänger ist ein Abstand von etwa einer Handbreite zwischen den Tampen ein guter Startpunkt. So verteilt sich der Druck gleichmäßig, und du findest leichter ins Gleichgewicht. Enger gesetzte Tampen bieten dagegen mehr Bewegungsfreiheit, was vor allem in der Welle und im Freestyle von Vorteil ist. Zudem erleichtert ein enger Abstand das Anpumpen des Segels.  

wo bringe ich die Tampen richtig an, ein Bild über die Handhaltung

Tampen-Typen im Überblick 

Bei den Tampen hast du im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: feste (Fixed) Trapeztampen oder verstellbare (Vario) Tampen. Die meisten Windsurfer:innen greifen zu festen Tampen. Sie sind stabil, langlebig und schwingen beim Pumpen kaum – ideal also, wenn du deine bevorzugte Länge schon kennst. 

Wer sich aber bei der Länge noch nicht sicher ist oder öfter mal ausprobieren will, sollte sich verstellbare Tampen (Vario Lines) anschauen. Diese lassen sich schnell und einfach anpassen, teilweise sogar direkt auf dem Wasser (auch ein Pluspunkt für Racer). Gerade für Familien oder alle, die noch an ihrem Setup feilen, sind sie eine praktische Lösung. 


Tipp zum Schluss: Grip schonen mit Tape 

Ein kleiner, aber sehr effektiver Trick: Wenn du deine Tampenposition genau kennst, kannst du ein Stück Ducktape an genau dieser Stelle um die Gabel wickeln, bevor du die Tampen befestigst. Das schont den Grip – und sorgt dafür, dass er auch nach vielen Jahren noch top aussieht. Ich mache das selbst bei all meinen Gabeln so. Wichtig dabei: Wirklich nur an der Stelle tapen, wo die Tampen sitzen – denn überall sonst wird das Tape schnell rutschig für die Hände, besonders wenn’s nass wird. 

Gabelbaumbelag schützen mit Tape, das Bild zeigt einen Gabelbaum der mit Tape eingewickelt ist.
Eine handbreit Abstand zwischen den Tampen, zur besseren Kontrolle. Das Bild zeigt den optimalen Abstand am Gabelbaum